Transkription

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Moderator Jürgen  Zurheide stellt Andreas Schröder von Toto-Lotto Niedersachsen vor, um am Beispiel der Breitbandversorgung für die Annahmestellen in Niedersachsen die wichtigen Punkte anzusprechen:
 

Jürgen Zurheide: Lassen Sie uns die Thematik Lotto-Toto ansprechen. Hier haben wir einen, der sich damit auskennt und dafür zuständig ist: Andreas Schröder, Bereichsleiter Datenverarbeitung /Technischer Spielbetrieb bei Lotto Niedersachsen.

Andreas Schröder: Es war so, dass wir bei der Annahmestelle Husum am Steinhuder Meer durchaus einen ISDN-Anschluss hatten. Dieser ISDN-Anschluss ist aber hier immer viel zu langsam und auch viel zu teuer. Ja, wir haben einfach ein großes Problem in Niedersachsen, ähnlich wie in Bayern. Wir sind auch ein Flächenstaat. Wir haben die Lüneburger Heide, wir haben Ostfriesland. Das ist bevölkerungsleer und entsprechend sind die Provider da bisher bis heute auch nicht hingekommen.

Jürgen Zurheide: Also auch der wollte da seine 18 Millionen abholen. Das ist Ihr gesellschaftlicher Auftrag.

Andreas Schröder: Wir wollen die Leute damit versorgen, dass sie entsprechend spielen können. Und das können wir natürlich nur, wenn wir irgendeine Technologie haben, die wirklich auch bis ins tiefste Land reicht. Und da ist LTE für uns jetzt erst mal eine wirklich ganz ganz große Chance und hat riesiges Potenzial. Wir werden das noch viel häufiger einsetzen.

Jürgen Zurheide: Was können wir da erwarten? Das werden Sie jetzt weiter durchziehen. Und was erwarten Sie sich davon?

Andreas Schröder: Wir werden das weiter durchziehen. Und wir erwarten uns natürlich immenses Kosteneinsparungspotenzial. Eine ISDN-Leitung, die 24 Stunden 7 Tage die Woche online ist, kostet im Moment ungefähr 1.000 Euro. Und ganz egal, was jetzt bei LTE für Preise aufgerufen werden, wir kennen die Consumer-Preise. Es gibt leider überhaupt noch keine Businesstarife, aber wir wollen dahin.

Jürgen Zurheide: Jetzt sagen Sie nicht zuviel. Er zögert beim Sparen, weil er nämlich jetzt weiß, dass jemand anders gerade mitrechnet. Also das haben wir schon verstanden.

Andreas Schröder: Also Siemens, also 1.000 Euro zu 50 Euro. Das können Sie sich eben ausrechnen. Und das ja nicht bei einer Verkaufsstelle, sondern wir haben im Raum mit 55 ISDN-Verkaufsstellen. Wir haben insgesamt 2.400 Verkaufsstellen in Niedersachsen. Das wird also eine relativ große Summe, wenn wir dann wirklich womöglich auch noch landesweite Anlagen in Bälde hier einsetzen, was natürlich noch nicht der Fall ist. Wir sind noch dabei, das Ganze auszubauen.

Jürgen Zurheide: Jetzt sagen Sie ein bisschen was zu den Sicherheitsanforderungen. „Härter als jede Bank“, den Satz unterschreiben Sie?

Andreas Schröder: Ja, das ist wohl so. Wenn Sie heute im Online-Banking irgendwas unternehmen, unterliegen Sie da schon gewissen Risiken. Die müssen wir vermeiden. Wir haben also deswegen Terminals, die von geschultem Personal von unserer Seite aus bedient werden. Das Ganze ist jetzt verschlüsselt, zweimal getunnelt. Wenn es dann bei uns als Transaktion reinkommt, dann wird es zweimal gesichert, dann noch einmal digital signiert und dann erst ist der Spielauftrag für uns so angekommen, dass Sie 18 Millionen am Ende auch sicher kriegen können, wenn Sie dann nachher den richtigen Schein in den Händen halten.

Jürgen Zurheide: Das betrachte ich jetzt mal als Versprechen. Ich glaube, ich muss gleich ganz schnell spielen. Aber das könnten Sie auch alle so sehen. Erst mal herzlichen Dank für die Einschätzungen und für die Einsichten. Danke schön Herr Schröder. Michael Pickhardt ist der Geschäftsführer von TDT, die hier ganz wesentlich dazu beitragen, dass so was funktioniert. Die Husumer können ja nicht nur Lotto spielen. Das ist das Schöne, oder?

Michael Pickhardt: Nee, eben nicht nur Lotto spielen, das ist ganz klar. Ist auch schon schön. Aber unser Job ist es einfach, Netze zu bauen für ganz verschiedene Dinge, ob das jetzt eine Lottogesellschaft ist oder die Deutsche Bahn oder Aldi oder wer auch immer. Durch LTE haben wir eben jetzt die Chance, solche Flächen überhaupt zu bauen. Herr Schröder hat es ja vorher schon gesagt. Das war bisher das Problem, dass wir in gewissen Orten keine vernünftige Leitung zur Verfügung bekommen haben und jetzt durch LTE eben genau die Möglichkeit haben, auch ganz breitbandige Lösungen zu erstellen.

Jürgen Zurheide: Was brauchen Sie oder wo glauben Sie, können wir in Deutschland noch mehr tun, dass wir da vorankommen? Jetzt kommen wir mal so in Richtung “Deklaration”.

Michael Pickhardt: Für mich als mittelständischen Unternehmer ist es wichtig – ich nehm jetzt das Beispiel LTE. Wir sind in Deutschland einer der ersten Länder auf der Welt, die LTE realisieren, bedingt durch Bundesnetzagentur, die Frequenzen vergeben hat. Wir haben den ersten professionellen LTE-Router auf dem ganzen Weltmarkt entwickelt, was für uns natürlich ein grosser Schub ist, jetzt auch in Richtung Export. Das heißt, meine Forderung ist, moderne Technologien müssen in Deutschland als alles erstes eingeführt werden. Wir haben kein Gold, wir haben keine Bodenschätze.

Jürgen Zurheide: Nicht so wie beim Transrapid.

Michael Pickhardt: Nicht s, wie beim Transrapid. Und nicht so wie bei der Schwebebahn und was wir sonst noch alles haben. Wir müssen technologisch immer die Nase ganz ganz vorne haben.

Jürgen Zurheide: Dann danke ich Ihnen, wünsche viel Glück und viele Aufträge. Danke schön.

Frau Leutheusser, vielleicht kommen Sie auch dazu, denn jetzt kommen wir zu dem Punkt, wo wir in Richtung “Deklaration” gehen. Wir haben da mal ein bisschen gesammelt und ich glaube, wenn die Technik das jetzt hat – ich hab nämlich gesehen, dass Sie auch noch dafür gesorgt haben, dass Aspekte des Datenschutzes nicht ganz untergepflügt werden. Dann sind wir jetzt an dem Punkt, wo wir eigentlich hier in diesem Raum Landshuter Hochzeit einen Raum haben, wo man natürlich ganz besonders etwas deklarieren und sich versprechen kann. Eine Dame mit drei Männern. Und die versprechen uns jetzt was und Sie möglicherweise alle mit dabei. Die „Landshuter Deklaration“. Das wird garantiert gut gehen, das können wir sehen. Vielleicht haben wir die Chance, das einzuspielen, was wir zeigen können. Und jetzt gebe ich ausnahmsweise das Mikro mal aus der Hand. Und Herr Hartmann, fangen Sie mal an. Sagen Sie, was Ihnen davon ganz besonders wichtig ist. Breitbandkommunikation ist gesellschaftlicher Fortschritt und?

Dr. Christoph Hartmann: Es ist so, dass ich auch als Landwirtschaftsminister Ihnen mittlerweile sagen kann, dass die Fragestellung eines Grundstückes, ob es noch verkaufbar ist oder nicht, mittlerweile mit der Fragestellung zusammenhängt – gibt es dort Breitband oder nicht. Das heißt, was früher der EDEKA-Laden an der Ecke war und die Grundschule, das ist heute der Breitbandanschluss.

Steffen Saebisch: Ja, ich kann das nur unterstreichen. Ich komme gerade aus den USA. All dies, was ich dort an Produkten gesehen habe, funktioniert nicht ohne IT. Und diese IT brauchen wir. Wir brauchen sie, weil wir eben in Sachen, in Fragen der IT auch Weltmarktführer sind. Und dafür brauchen wir wiederum eine Breitbahnvernetzung, weil nur so wir diese IT tatsächlich auch anwendbar machen können. Und wenn wir das in Deutschland – gerade, wie Sie das gesagt haben. Wenn wir nicht in Deutschland bereit sind, unsere Produkte selbst auch anzuwenden, hier Präferenzprojekte zu zeigen, dann haben wir auf den Weltmärkten, so gut wir in der Technik vielleicht auch sind, von vorneherein einen Nachteil, weil natürlich die Kunden fragen in anderen Ländern, warum seid Ihr bereit, diese Technik nicht selber bei Euch einzusetzen, seid Ihr nicht von dieser Technik überzeugt? Und deswegen ist es so wichtig, dass wir weiterhin technologisch nicht nur den Fortschritt sichern, sondern dass wir bereit sind, auch selber ihn anzuwenden, dass wir selber bereit sind, diese Investition zu leisten. Und deswegen kann ich dieser Formulierung hier nur zustimmen.

Jürgen Grüzener: Ich glaube, dass die Frage eines preisgünstigen Breitbandes für die Bevölkerung ganz wichtig ist, denn wir müssen ja nachher diese Dienste auch der Bevölkerung verkaufen. Der Kunde muss den Dienst bezahlen, nicht der Staat. Und das bedeutet, wir müssen erst mal attraktive Dienste haben. Dafür sorgen wir. Aber wir müssen so günstig bauen können, dass wir nachher auch trotz der relativ hohen Baukosten, Grabungskosten wenigstens dem Kunden was Vernünftiges anbieten können. Und hier kann der Staat noch viel helfen. Wenn Sie sich vorstellen, wenn wir heute in der Straße Glasfaser auslegen und wir müssen von jedem Hauseigentümer, von jeder Erbengemeinschaft eine Zustimmung dafür erhalten, dass wir überhaupt die Leitung in das Haus legen dürfen, das heißt, ein Loch bohren dürfen in die Mauer des Hauses. Dann können Sie sich überhaupt nicht vorstellen, das kostet auf Deutschland gesehen Millionen, nur um diese Eigentümererklärung zusammenzukriegen. Warum machen wir es nicht so wie die Stadtwerke auch. Die schreiben das nämlich in die Zeitung rein. Und wenn dann der Kollege nichts gelesen hat, dann ist das beschlossene Sache und dann kann er noch nicht mal mehr zwei Wochen später Widerspruch einlegen.

Jürgen Zurheide: Passen Sie auf, die Justizministerin steht neben Ihnen.

Jürgen Grützner: Deswegen betone ich das ja gerade. Also mit einer Lösung, dass aus guten Gründen einer dagegen ist, kann ich immer leben. Aber dass wir zu jedem hinrennen müssen und ne Unterschrift von der Erbengemeinschaft verlangen müssen, das sind so Dinge, die können wir in Deutschland deutlich vereinfachen, deutlich beschleunigen und damit auch billiger für die Bürger bauen.

Jürgen Zurheide: Frau Ministerin.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Einmal wollen wir hier eine Teilhabe möglichst vieler in unserer Gesellschaft. Und bei unterschiedlichen Regionen-Entwicklungsstand ist das für Jung bis eben auch in das höchste Alter in meinen Augen unverzichtbar, dass wir gerade auch die entsprechende digitale Infrastruktur haben. Gerade auch immer mehr ältere Menschen können dann teilhaben an dem, zu dem sie sonst nicht in der Lage wären. Dass grade im Hinblick auf rechtliche Anforderungen, Genehmigungen, anderes mehr, man auch noch Wege finden muss, dass da, wo es geht, zu erleichtern. Natürlich sind gerade wir in Deutschland immer ganz sensibel, wenn es ums Eigentum geht und wenn jemand “an mein Haus will” und ich vorher nicht gesagt habe, er darf jetzt auch an meine Hauswand, dann geht das schon auch für manche … das sind eben ganz ganz wichtige Teile. Nichtsdestotrotz bin ich auch der Meinung, wir müssen die Anforderungen, die mit der elektronischen Signatur verbunden sind, uns immer wieder vornehmen. Wir tun das auf dem IT-Gipfel jetzt im Dezember der Bundesregierung, weil wir teilweise solche hohen Hürden haben, dass diese elektronische Signatur viel zu wenig zur Anwendung kommt. Und das ist ja grade mit ein Sicherungselement. Und deshalb wollen wir sehen, wie können wir auch in unseren Gesetzen Formvorschriften etwas absenken, um dann noch viel attraktiver und viel mehr Möglichkeiten über die digitale Kommunikation zu ermöglichen.

Jürgen Zurheide: Das ist also die Deklaration. Wir haben vorher bei Ihnen rumgefragt und Sie können jetzt einfach durch Ihren Applaus das Ganze besiegeln. Dann haben wir hier die neue Landshuter Hochzeit. Sind Sie bereit, mitzugehen. Ich glaube, das war ein eindeutiges Signal. Und jetzt kommt auch kein Schlusswort des Moderators, allenfalls der Hinweis, damit Sie auch wissen, was Sie jetzt gerade gemacht haben. Das können Sie nämlich unter dieser Adresse www.landshuterdeklaration.de wiederfinden. Und das ist wichtig. Ansonsten wünsche ich Ihnen viel Glück bei Ihrer Arbeit. Die ist wichtig für Deutschland, das haben wir gehört. Und Ihnen wünsch ich, dass Sie die dabei ordentlich unterstützen. Dann tut es dem Standort und der Gesellschaft gut. Ich bedanke mich für Ihr Interesse. Dankeschön.